Russland erwägt offenbar Ende des Tschetschenien-Einsatzes

Moskau (dts) – Die russische Regierung erwägt offenbar den Abzug seiner Streitkräfte aus der Teilrepublik Tschetschenien im Nordkaukasus. Das berichtet heute die russische Tageszeitung “Kommersant” unter Berufung auf eine Aussage des tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow. Dieser kündigte offenbar bereits am Mittwoch an, dass Russland in der nächsten Woche die Entscheidung über das Ende der Anti-Terror-Operation treffen wird. Da die Rebellen in der Republik ausgerottet worden seien, rechnet Kadyrow mit einem Abzug der russischen Truppen. Experten sehen in dem möglichen Abzug eher wirtschaftliche Aspekte. Demnach sei die Unterhaltung von mehreren tausend Soldaten finanziell unmöglich geworden. Der Konflikt in der Nordkaukasusregion brach Ende der 90er Jahre aus, als islamistische Gruppierungen die Macht übernahmen und die Unabhängigkeit des Gebietes anstrebten. Die russische Armee marschierte 1999 in Tschetschenien ein, um die Separatisten wieder zu entmachten. Bei dem Konflikt starben mehrere tausend S
oldaten, Separatisten und Zivilisten.

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