Sri Lanka: Tausende Menschen flüchten vor den tamilischen Rebellen

Colombo/Genf/New York (dts) – Im Nordosten Sri Lankas haben am Donnerstag tausende Menschen auf der Flucht vor den Kämpfen zwischen tamilischen Rebellen und Regierungstruppen eine Lagune durchschwommen. Wie der britische Sender BBC berichtet, versuchten mindestens 2.700 Zivilisten auf diesem Weg von der singhalesischen Regierung kontrolliertes Gebiet zu erreichen. Weitere 2.000 Menschen warteten an dem schmalen Küstenstreifen, um ebenfalls zu fliehen. Laut Angaben des singhalesischen Militärs seien sie dabei von den Rebellen beschossen worden. Hierbei angeblich kamen mindestens vier Menschen ums Leben, 14 weitere Personen wurden verletzt. Unterdessen steht das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) den Geschehnissen hilflos gegenüber. “Unsere Mitarbeiter sind Zeugen eine unvorstellbaren humanitären Katastrophe”, sagte Pierre Krähenbühl, IKRK-Direktor, am Donnerstag in Genf. Seiner Meinung nach könne keine humanitäre Organisation den Menschen unter den gegenwärtigen Umständen helfen. Die Menschen seien
demnach völlig sich selbst überlassen, so die resignierende Einschätzung Krähenbühls. Einen UN-Aufruf zur Beendigung der Offensive gegen die Rebellen hatte die Regierung in Colombo scharf zurückgewiesen. Die Regierung erklärte, dass sie sich dem “internationalen Druck nicht beugen” werde. Währenddessen ermahnte auch US-Präsident Obama die Rebellen zu einem Waffenstillstand. “Jetzt ist es Zeit, die politischen Themen, die eine Rolle spielen, beiseite zu lassen und die Leben der Männer, Frauen und Kinder, die unschuldig im Kreuzfeuer gefangen sind, an erste Stelle zu setzen”, so Obama. Der Konflikt zwischen der Regierung und den Tamilen hat seit 1983 mehr als 75.000 Menschen das Leben gekostet.

(C) dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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